Viele technikinteressierte Menschen beschäftigen sich derzeit mit dem Thema LTE (Long Term Evolution). Dabei handelt es sich um den neuesten Mobilfunkstandard. Das LTE-Netz wird häufig auch als 4G (vierte Generation)-Netz bezeichnet. LTE ist also der Mobilfunkstandard der vierten Generation. Aber wie funktioniert das LTE-Netz genau? Anders als bisher, bedient sich das LTE-Netz der IP-Technologie für die Sprachübertragung. LTE ist ein IP-basiertes Netzwerk. Andere Mobilfunkstandards nutzen in der Regel die circuit-switched Übertragung, die mit LTE nicht funktioniert. Das sogenannte VoLGA Forum (Voice over LTE via Generic Access), dem auch T-Mobile, Ericsson, Nortel, Samsung, LG und Alcatel angehören, beschäftigt sich derzeit mit weiteren Lösungen für die Realisierung der Sprachübertragung. Es soll vermutlich für das LTE-Netz ein neuer circuit-switched-Standard geschaffen werden, der auf dem GAN (Generic Access Network)-Standard basiert. Das LTE-Netz ist deutlich leistungsfähiger als das UMTS-Netz. Durch die unterschiedlichen Möglichkeiten, Bandbreiten zwischen 1 MHz und 20 MHz zu nutzen, wird zudem die Verfügbarkeit des LTE-Netzes um ein Vielfaches gesteigert. Die Leistungsfähigkeit und die hohen Geschwindigkeiten von bis zu 150 Mbit/s bei der Datenübertragung sind unter anderem auf die neuen Codierungsverfahren, die für LTE genutzt werden, zurückzuführen. Für Downloads werden die Datenpakete mit OFDMA (Orthogonal Frequency Division Multiple Access) codiert und Uploads mit SC-FDMA. Bei SC-FDMA handelt es sich um eine ähnliche Technik, wie OFDMA. Durch diese Codierungstechnik wird die Übermittlung von Datenpaketen stark beschleunigt. Dadurch benötigen LTE-Geräte weniger Strom, was auch der Umwelt zugutekommt. Beide Techniken, sowohl OFDMA als auch SC-FDMA basieren auf dem OFDM-Standard. OFDMA wurde praktisch für Multitasking entwickelt. So ist es möglich, einer Vielzahl von LTE-Nutzern gleichzeitig Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Die sogenannten Trägersignale, die OFDM vergibt, stehen orthogonal zueinander. Das bedeutet, dass sich diese Signale nicht in die Quere kommen und dadurch keine Störungen hervorrufen. Durch OFDMA wird also auch das gesamte LTE-Netz weniger von Störungen beeinflusst. Gesprächsabbrüche während der Videotelefonie, während Down- und Uploads mit einem LTE-Handy oder einem LTE-Notebook sind nahezu ausgeschlossen. Das LTE-Netz könnte möglicherweise durch die Möglichkeit, unterschiedliche Bandbreiten zu nutzen, auch Funklöcher umgehen.